Arbeitsgruppen und Verwaltungsräte

Die Gesellschaft und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verändern sich ständig, und es entstehen neue Problemfelder, die neue Lösungen brauchen (z.B. neue Formen von Suchtverhalten, wie die Abhängigkeit von Computerspielen und Internet, oder die Betreuung von Migranten mit Kriegstrauma).

Therapeuten begegnen neuen Entwicklungen und Problemfeldern auf zwei Ebenen:

  • Indem sie sich durch ständige Weiterbildung für ihre Beratungsarbeit auf dem Laufenden halten.
  • Indem sie die neuen Themen gemeinsam mit anderen Einrichtungen untersuchen, und gemeinsam Initiativen zur Verbesserung der Versorgungslage oder zur Vorbeugung entwickeln.

In der Praxis geschieht dies

  • im Rahmen von Arbeitsgruppen und Verwaltungsräten, die langfristig zusammen arbeiten. Die Mitarbeit in manchen dieser Strukturen ist gesetzlich vorgeschrieben.
  • im Rahmen von einzelnen Projekten mit unterschiedlichen Projektpartnern, die eine Zeitlang an einem gemeinsamen Thema arbeiten.

Beirat für Gesundheitsförderung

Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich und das Ministerium der DG entwickeln Konzepte und Projekte zur Gesundheitsförderung. Beispiele: gesunde Ernährung und Bewegung, Bekämpfung der Adipositas (EU-weites Thema), Förderung von mentaler Gesundheit, Sensibilisierung für die Situation von Kindern psychisch kranker Eltern. Der Beirat erarbeitet auch Gutachten, die z.B. in das Regionale Entwicklungskonzept einfließen.

Vertreterin des SPZ: A. Nols, stellvertretendes Mitglied: O.Threinen

REITOX – Europäisches Informationsnetzwerk für Drogen und Sucht

Seit 2006 hat das SPZ die Aufgabe der Datensammlung für die Deutschsprachige Gemeinschaft im Bereich Drogen. Dies im Hinblick auf die Beteiligung der DG am nationalen Drogenbericht. Die Datensammlung beinhaltet die bestehenden Hilfeangebote in der ambulanten und stationären Behandlung von Suchtkranken, sowie ein Frühwarnsystem betreffend neue Drogen.

Zuständiger SPZ-Mitarbeiter: H. Simon.

Arbeitsgruppe Sucht

Einrichtungen, die Suchtkranke betreuen oder in der Suchtvorbeugung tätig sind, führen einen fachlichen Austausch über die bestehenden Betreuungsangebote, die Zugänglichkeit von Informationen für Betroffene, neue Projektvorschläge und den Ausbau ihrer Zusammenarbeit.

Vertreterinnen des SPZ: P. Kohnen, I. Rauw.

Telefonhilfe 108

Die anonyme Telefonhilfe 108 bietet rund um die Uhr ein Gesprächsangebot und telefonische Beratung für Personen in Notlagen.
K.-D. Klauser vertritt das SPZ im Verwaltungsrat und ist dort derzeit Schriftführer.

Begleitetes Wohnen Ostbelgien

Landesweit bieten Einrichtungen des Begleiteten Wohnens Personen, die eine psychiatrische Erkrankung haben, Aufnahme, Unterstützung in der Lebensgestaltung und Hilfe bei der sozialen Integration. Das Begleitete Wohnen in der DG betreut 4 Wohngemeinschaften mit insgesamt 18 Plätzen. Die V.o.G. ist auch Träger des Aktivationsdienstes (Dienst für Beschäftigung) und des Pilotprojekts Psychiatrischer Begleitdienst (Dienst für Heimpflege).

Das SPZ gehört zu den Gründungsmitgliedern des Begleiteten Wohnens Ostbelgien. Es beteiligt sich an der Arbeit des Verwaltungsrates und an der fachlichen Begleitung des Personals.

Vertreter des SPZ: E. Homburg (Präsident des Verwaltungsrates).

Spezialisiertes Team für die Therapie von Sexualstraftätern

Die Therapie von Sexualstraftätern ist gesetzlich geregelt: In jeder Region sind spezialisierte Teams von behördlich anerkannten Therapeuten beauftragt. Die therapeutische Arbeit erfolgt nach genauen Vorgaben im Rahmen eines Vertrages zwischen den Justizbehörden, dem Sexualstraftäter und dem therapeutischen Team. Diese Teams sind der Dachorganisation UPPL (Unité de Psychopathologie Légale, Tournai) angeschlossen und finden hier wissenschaftliche Begleitung, Weiterbildung und Supervision.

Für die DG wurde das spezialisierte Team im SPZ angesiedelt.
Ansprechpartner ist E. Homburg.

Begleitausschuss der Jugendhilfe

Seit Bestehen von Jugendhilfegremien hat das SPZ in den jeweiligen Strukturen mitgearbeitet, deren Form und Aufgaben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert haben: zunächst im Jugendschutzkomitee, danach im Jugendhilferat, seit im Begleitausschuss der Jugendhilfe. Dieser hat entsprechend dem Dekret folgende Aufgaben:

Organisation eines Jugendhilfe-Forums zur Jugendhilfeplanung und Prävention, alle 2 Jahre, mit allen betroffenen Akteuren, und Information an die Regierung über die Ergebnisse.
Kontinuierliche Ermittlung des Bedarfs an Hilfeleistungen und Analyse zur Deckung dieses Bedarfs.
Förderung von Initiativen, die dem Bedarf entsprechen.
Prüfung dieser Initiativen auf ihre Wirksamkeit.

Vertreter des SPZ ist D. Dinant.

Spezifische Arbeitsgruppen im Umfeld der Jugendhilfe:

Arbeitsgruppe Leuchtturm zum Thema „Umgang mit Situationen von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen“: Sammlung von fachlichen Informationen, Beratung für Fachkräfte, Sensibilisierung, Erstellung eines Leitfadens. Vertreterin des SPZ: B. Guffens.

Arbeitsgruppe Berufsgeheimnis: ausgehend von der Frage der Zusammenarbeit zwischen Schulen und therapeutischen Diensten im Interesse des Kindes und seiner Familie hat die Arbeitsgruppe Gesetzestexte untersucht, den Unterschied zwischen dem Berufsgeheimnis der Therapeuten und der Diskretionspflicht der Lehrer beschrieben und Empfehlungen formuliert. Vertreter des SPZ: D. Dinant, A. Nahl.

Arbeitsgruppe „Trauer bei Kindern und Jugendlichen“

Auf Initiative des Palliativpflegverbandes arbeiten mehrere Einrichtungen zusammen daran, Kindern und Jugendlichen Materialien für den Umgang mit Trauer anzubieten: Erstellung eines „fliegenden Koffers“ mit verschiedenen Medien, europäische Schulung von Jugendarbeitern, Erstellung einer Wanderausstellung und Schulung von Ausstellungsführern.

Die Vertreterin des SPZ: P. Kohnen.

Psychiatrieverband der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Als Dachverband vereinigt er die Einrichtungen und Dienste, die die psychiatrische und sozial-psychologische Betreuung in der DG gewährleisten. Es gibt insgesamt 13 Verbände in Belgien, ihre Aufgaben sind in der föderalen Gesetzgebung festgelegt. Die Psychiatrieverbände sind Bindeglieder zwischen den Behandlungseinrichtungen und den Behörden:
Sie analysieren die Versorgungslage.
Sie koordinieren die Arbeit der Versorgungseinrichtungen.
Sie erarbeiten Verbesserungsvorschläge für die Betreuung aller Altersgruppen.
Sie sensibilisieren die Öffentlichkeit zu Themen der seelischen Gesundheit. Beispiele: Vortragsveranstaltungen zu „Depression und Suizidalität“, zu Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen, Broschüre zum Thema „Seelische Gesundheit“, Liste der Betreuungseinrichtungen in der DG, deutsche Übersetzung eines Ratgebers für Eltern von Jugendlichen.

Vertreter des SPZ ist A. Nahl (Präsident).

Das Büro der hauptamtlichen Koordinatorin des Verbandes, Frau Martine Engels, befindet sich im SPZ Eupen.
s. auch www.psychiatrieverband.be

Die Mitarbeit des SPZ an der Reform der Erwachsenenpsychiatrie im Rahmen des „Netzwerk Ost für mentale Gesundheit“

Die belgischen Gesundheitsminister des Föderalstaates, der Regionen und Gemeinschaften haben eine Reform der psychiatrischen Versorgung in Auftrag gegeben: Häufigkeit und Dauer von stationären Aufenthalten sollen verringert, die Pflege im Lebensumfeld von Patienten soll verstärkt werden. Das Angebot an Wohnformen und Beschäftigungsangebote für Personen mit psychiatrischer Erkrankung soll erweitert werden. Die Zusammenarbeit aller medizinischen und sozialen Dienste soll verstärkt werden, damit jeder Patient die passende Betreuung anhand seines persönlichen Hilfeplans erhält. Hierzu wird ein Teil der Klinikbetten in andere Betreuungsformen umgewandelt, insbesondere in Mobile Teams für die Betreuung zu Hause.

Im Bezirk Verviers haben die Kliniken von Henri-Chapelle und Lierneux eine solche Reform angestoßen und beraten sich hierzu regelmäßig mit allen Partnern des Bezirks. Zwischen den beiden Kliniken und den Einrichtungen in der DG gibt es traditionell eine gute Zusammenarbeit in der Betreuung von gemeinsamen Patienten, und so arbeiten sie auch bei der Umsetzung der Reform in mehreren Arbeitsgruppen zusammen.

Vertreter des SPZ: A. Nahl (Netzwerk-Komitee), D. Dinant (AG ambulante Versorgung).

Netzwerk Süd

Mitarbeiter/innen verschiedener sozialer Einrichtungen des Südens der DG analysieren das soziale Netz in den Bereichen „Wohnen, Arbeit, Mobilität“. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Auswirkungen von Armut. Schwerpunkt ist die Förderung von gesellschaftlicher Integration von Jugendlichen und Erwachsenen: Das Netzwerk erarbeitet Lösungen zur Schließung von Versorgungslücken und sucht den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Es entsteht eine Vernetzung der Arbeit, auch durch Informationsaustausch, Besuche von Einrichtungen in Nachbarländern,…

Die Vertreterin des SPZ: L. Kohnen.

Netzwerk Nord

Nach dem Modell des Netzwerks Süd führen soziale Einrichtungen aus dem Norden der DG im Netzwerk Nord fachlichen Dialog und Austausch, um die Angebote zur Förderung von sozialer Integration zu erweitern.

Die Vertreterinnen des SPZ: I. Rauw und O. Threinen

Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie

Viele Mitarbeiter/innen des SPZ haben entweder eine systemische Zusatzausbildung oder lassen systemische Aspekte in ihre therapeutische Arbeit einfließen. Um dies widerzuspiegeln – und um auf dem neuesten Stand der systemischen Forschung und Entwicklung zu bleiben – ist das SPZ seit Anfang 2012 institutionelles Mitglied in der DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie).

Webseite der DGSF
Was heißt das: systemisch?

Ansprechpartner im SPZ: H. Simon