Beratung und Therapie

Wie beginnt eine Beratung im SPZ?

Am Anfang steht das Empfinden eines persönlichen Leidensdrucks: eine Belastung durch die Lebensumstände oder besondere Ereignisse, durch einen schwierigen Lebensabschnitt, durch die eigene seelische Verfassung, oder durch Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen. Oder durch Sorgen um ein Familienmitglied.

Sie möchten an dieser Situation etwas verändern und dazu die Hilfe von Fachkräften in Anspruch nehmen.

Manche Menschen müssen dazu erst das Vorurteil überwinden, das sie oft in ihrem Umfeld hören: „Wer zum Psychologen geht, ist krank oder verrückt.“ Richtig ist dagegen: Die meisten Klienten des SPZ sind Menschen mit normalen Schwierigkeiten, wie jeder sie im Laufe seines Lebens durchmachen kann. Sie suchen einen neutralen Ansprechpartner und professionelle Beratung außerhalb ihrer Familie und ihres Freundeskreises, um einen schwierigen Lebensabschnitt zu meistern.

Die Beratung im SPZ beginnt mit dem Erstgespräch.

Im SPZ St. Vith findet es auf Termin, nach telefonischer Vereinbarung statt. Im SPZ Eupen findet es im Rahmen der freien Sprechstunden, ohne Terminvereinbarung statt.

Im Erstgespräch stellen Sie einer Fachperson ihre „Anfrage“ vor d.h.: Mit welchen Schwierigkeiten kommen Sie, welche Art Hilfe suchen Sie? Die Fachperson stellt Fragen über die Entstehung Ihrer Schwierigkeiten, die Vorgeschichte, Zusammenhänge mit Ihrer Lebenssituation, eventuelle andere Behandlungen und Hilfen. Gemeinsam machen Sie sich ein erstes Bild der Situation und Ihrer Erwartungen an das SPZ.
Bei Anfragen von Paaren klärt das Erstgespräch welche Schwierigkeiten es im Miteinander gibt, und was das Paar erreichen will. Bei Anfragen von Eltern und Familien: welche Sorgen es um die Kinder gibt, und welche Hilfe die einzelnen Mitglieder und die ganze Familie brauchen.

Bei Anfragen für Kinder kann es hilfreich sein, mit dem Einverständnis der Eltern die Rückmeldung oder den Bericht anderer Dienste einzuholen, die bisher mit dem Kind gearbeitet haben (z.B. Frühhilfe, Kindertherapiezentrum, Kaleido,…), um ihre Erfahrungen zu nutzen. Bei Bedarf kann auch ein gemeinsames Gespräch mit den Eltern, dem anderen Dienst und dem SPZ stattfinden.

Je nach Situation ist es hilfreich, einige „Erstgespräche“ zu führen, um den Kontakt zu allen Betroffenen herzustellen und ihre Anfrage zu klären.

In manchen Situationen dient das Erstgespräch den Klienten als Orientierungshilfe in einer konkreten Frage, und sie wünschen am Ende des Gesprächs keine weitere Beratung.

In anderen Situationen ist das SPZ für die Anfrage nicht zuständig (z.B. juristische Fragen, materielle Hilfen,…) und vermittelt die Klienten an die zuständigen Dienste weiter.
Wenn Sie am Ende des Erstgesprächs weitere Beratung im SPZ wünschen, beraten die Mitarbeiter/innen bei ihrer wöchentlichen Teamversammlung, welches Hilfeangebot das SPZ Ihnen macht: z.B. Einzelgespräche bei einer Fachperson, die auf Ihren Problembereich spezialisiert ist, oder einen Termin beim Facharzt zur Klärung von medizinischen Fragen, oder einen Platz in einer Selbsterfahrungsgruppe, oder ein gemeinsames Gespräch mit Ihnen und anderen Familienmitgliedern, oder die Kombination mehrerer Hilfeangebote…

Sie erhalten danach eine Rückmeldung über den Vorschlag, und ab wann Termine frei werden. Die durch das Team bezeichnete Fachperson bleibt dann Ihr fester Ansprechpartner, und die weiteren Gespräche finden auf Terminvereinbarung statt.

Wie schnell geht es weiter?

Viele unserer Klienten/innen stellen sich folgende Fragen:

Welche Hilfen bietet das SPZ an?

Die Klienten/innen des SPZ sind Personen, Paare und Familien in schwierigen Lebenslagen: auf Grund von psychischen Problemen, schwierigen Lebensphasen, Belastungen und Ereignissen, zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, psychiatrischen Erkrankungen.

Hauptaufgabe des SPZ ist:
Klienten mit fachlicher Hilfe darin unterstützen, dass sie seelisches Leiden bewältigen, Lösungen erarbeiten, Beziehungen klären und ihre seelische Gesundheit stärken können.

Hierzu bietet das SPZ Beratung und Therapie an, bei denen verschieden Ansätze sich ergänzen können:

Psycho-soziale Beratung
Psychotherapie
Ambulante psychiatrische Betreuung

Die Hilfe erfolgt also in großen Teilen durch das Gespräch, das mit Hilfe unterschiedlicher Techniken eine „heilsame Wirkung“ entfalten kann. Therapeut und Klient legen gemeinsam die Ziele der Beratung fest und arbeiten in gegenseitigem Respekt zusammen, um diesen Zielen näher zu kommen. Dabei kann „über alles gesprochen werden.“ Die Dauer der Beratung ist damit so unterschiedlich wie die Lebenssituationen der Klienten und ihre Ziele. Therapeut und Klient legen gemeinsam fest, in welchem Rhythmus ihre Termine stattfinden.

Der Gesprächsrahmen kann von der Art der Probleme und von der familiären Situation des Klienten abhängen:

  • bei den Einen sollte die Therapie getrennt von Einwirkungen des Umfelds stattfinden,
  • bei den Anderen helfen Angehörige in der Therapie mit,
  • bei noch Anderen ist eine Kombination von „teils getrennt, teils gemeinsam“ notwendig.
Gesprächskonstellationen bei Erwachsenen
Gesprächskonstellationen bei Kindern und Jugendlichen
Koordination

Was geschieht in einer Beratung oder Therapie?

Beratung und Psychotherapie haben das Ziel, einen Prozess der Veränderung bei den Klienten anzustoßen und zu begleiten: Durch

  • Veränderung im Denken und Gefühlsleben,
  • Veränderung von Verhaltensweisen,
  • Veränderungen in den Beziehungen und in der sozialen Einbindung,
  • Stärkung der psychischen Gesundheit

sollen der Leidensdruck verringert und die Lebensqualität verbessert werden.

Die Klienten/innen drücken ihre Ziele in ihrer persönlichen Sprache aus. Dahinter sind häufig folgende Anliegen erkennbar:

Den Umgang mit negativen Erfahrungen lernen, z.B.:

  • seelische Verletzungen verarbeiten lernen,
  • mit körperlichen und psychiatrischen Erkrankungen besser leben lernen,
  • mit belastenden Momenten und Ereignissen besser umgehen lernen,
  • zerstörerische Lebensgewohnheiten erkennen und schrittweise ablegen,
  • destruktive Beziehungsmuster verstehen und verändern,
  • Abhängigkeiten erkennen, verstehen und lösen lernen,
  • Hintergründe aus der Lebens- und Familiengeschichte verstehen und loslassen lernen,
  • einengende Verhaltensmuster verstehen und verändern lernen,
  • Ängste abbauen oder besser ertragen…

Positive Erfahrungen entwickeln lernen, z.B.:

  • Wünsche und Vorstellungen entdecken und umsetzen lernen,
  • Dinge anders sehen lernen,
  • neue Erfahrungen wagen und nutzen lernen,
  • neue Kräfte freisetzen, neue Kompetenzen entdecken und entwickeln,
  • heilsame Lebensgewohnheiten entdecken und schrittweise einführen,
  • konstruktive Beziehungsmuster erkennen, nutzen und ausbauen,
  • zufriedenstellende Wege im Zusammenleben finden,
  • Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken,
  • Kreativität entwickeln, erfüllende Momente und Tätigkeiten einrichten lernen…